Zum Hauptinhalt springen
seoevolution
Preise · 31. Mai 2026

Webdesign: Festpreis oder Stundensatz?

Festpreis oder Stundensatz — diese Frage entscheidet, ob ein Website-Projekt für beide Seiten planbar läuft oder im Streit endet. Was hinter den Modellen steckt, wann welches passt und woran man eine faire Kalkulation erkennt. Aus der Praxis eines Webdesigners aus Rostock.

Marcus Lindow9 Min Lesezeit

Kaum eine Frage sorgt bei Website-Projekten für mehr Missverständnisse als die nach dem Preis-Modell: Festpreis oder Stundensatz. Dahinter steckt mehr als eine Rechenfrage — es geht darum, wer das Risiko trägt, wenn etwas länger dauert oder sich ändert. Wer das vorher klärt, hat ein planbares Projekt. Wer es offen lässt, landet erfahrungsgemäß früher oder später im Streit über die Rechnung. Dieser Beitrag ordnet beide Modelle ein, sagt, wann welches passt, und beschreibt, woran man eine faire Kalkulation erkennt — aus der täglichen Arbeit eines Webdesigners aus Rostock.

Was bedeutet Festpreis und was bedeutet Stundensatz konkret?

Beim Festpreis wird vorher eine feste Summe für ein klar beschriebenes Ergebnis vereinbart. Zum Beispiel: eine Website mit Startseite, vier Unterseiten, Kontaktformular und mobiler Darstellung für einen bestimmten Betrag. Ob der Dienstleister dafür zwanzig oder dreißig Stunden braucht, ist sein Problem, nicht Ihres — solange Sie beim vereinbarten Umfang bleiben.

Beim Stundensatz zahlen Sie die tatsächlich geleistete Arbeit, multipliziert mit einem festen Stundenpreis. Mein Stundensatz liegt bei 90 Euro. Das Modell ist offen: Sie sehen, wie viel Zeit wofür aufgewendet wurde. Dafür tragen Sie das Risiko, wenn etwas länger dauert als gedacht.

Der Kern des Unterschieds ist also nicht der Preis an sich, sondern die Frage: Wer trägt das Risiko der Unsicherheit? Beim Festpreis der Dienstleister, beim Stundensatz der Kunde. Genau deshalb gibt es keine pauschal „bessere" Wahl — es kommt darauf an, wie klar das Projekt umrissen ist.

Wann ist ein Festpreis die bessere Wahl?

Ein Festpreis passt, wenn das Ergebnis vorher klar beschreibbar ist. Das gilt für die meisten typischen Mittelstands-Projekte in MV: eine Firmenwebsite für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis-Website, der Auftritt eines kleinen Dienstleisters. Hier lässt sich vorab festlegen, welche Seiten es gibt, welche Funktionen dazugehören und wie das Ganze aussehen soll.

Der Vorteil für den Kunden ist die Planbarkeit. Wer ein Budget hat und es einhalten muss, weiß beim Festpreis von Anfang an, woran er ist. Es gibt am Monatsende keine Überraschung auf der Rechnung. Aus meiner Arbeit ist das für viele Betriebe der entscheidende Punkt: Sie wollen einen Preis, mit dem sie kalkulieren können, nicht ein offenes Ende.

Die Bedingung dafür: Der Umfang muss vorher sauber geklärt sein. Ein Festpreis ohne klare Beschreibung dessen, was enthalten ist, ist eine Falle für beide Seiten. Deshalb gehört zu jedem meiner Festpreis-Angebote eine Liste, was drin ist — und ein Hinweis, was nicht. Änderungswünsche, die darüber hinausgehen, rechne ich dann nach Aufwand ab. Das steht vorher schriftlich fest, damit niemand am Ende überrascht ist.

Wann ist der Stundensatz fairer?

Der Stundensatz spielt seine Stärke aus, sobald der Umfang vorher nicht klar ist oder sich laufend ändert. Drei typische Fälle aus der Praxis:

Beim Stundensatz ist die wichtigste Frage für Sie als Kunde: Wird offen abgerechnet? Ein seriöse Abrechnung weist aus, wofür welche Zeit aufgewendet wurde. Wer nur eine Summe ohne Aufschlüsselung schickt, sollte auf Nachfrage erklären können, was passiert ist.

Wie sieht eine sinnvolle Kombination aus?

In der Praxis ist die beste Lösung oft eine Mischung — und so arbeite ich am häufigsten:

Der erstmalige Aufbau der Website läuft als Festpreis. Der Kunde weiß, was die fertige Seite kostet, und kann mit der Zahl planen. Das Risiko, dass es länger dauert, liegt bei mir.

Die spätere Pflege läuft über ein monatliches Paket oder den Stundensatz. Ich biete laufende Pflege ab 79 Euro im Monat an — darin steckt regelmäßige Wartung der Technik, Sicherheits-Updates und ein Kontingent für kleinere Änderungen. Wer mehr will, rechnet nach Stunden ab.

Diese Trennung hat sich bewährt, weil jede Seite das Risiko trägt, das sie am besten einschätzen kann. Den Aufbau kann ich gut kalkulieren, also nehme ich das Risiko. Die Pflege ist von Monat zu Monat unterschiedlich, also zahlt der Kunde, was anfällt — nicht mehr.

Woran erkenne ich, ob ein Preis fair kalkuliert ist?

Ohne Branchenkenntnis ist ein Angebot schwer einzuordnen. Ein paar Anhaltspunkte aus der Praxis, die helfen, ohne dass Sie selbst Webdesigner sein müssen:

  1. Ist der Umfang klar beschrieben? Ein gutes Festpreis-Angebot listet auf, was enthalten ist. Steht da nur „professionelle Website" und eine Summe, fehlt das Wichtigste.

  2. Wird der Stundensatz genannt? Auch wenn ein Projekt als Paket angeboten wird, sollte ein Anbieter auf Nachfrage seinen Stundensatz nennen können. Wer das verweigert, hat oft etwas zu verbergen — oder rechnet mit Aufschlägen, die er nicht erklären möchte.

  3. Was kostet die Pflege? Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft. Sie braucht Updates, sonst wird sie mit der Zeit unsicher. Ein Angebot ohne ein Wort zur laufenden Pflege ist unvollständig.

  4. Wem gehört am Ende was? Klären Sie vorher, ob die Website Ihnen gehört, ob Sie an die Inhalte und Zugänge kommen und ob Sie später auch zu jemand anderem wechseln könnten. Ein faires Angebot bindet Sie nicht durch technische Abhängigkeit.

  5. Ist die Rechnung nachvollziehbar? Ob Festpreis oder Stunden — Sie sollten verstehen, wofür Sie zahlen. Wo das nicht der Fall ist, lohnt eine Nachfrage, bevor Sie unterschreiben.

Ein sehr niedriger Preis ist kein Schnäppchen, wenn die Pflege fehlt, die Technik veraltet oder Sie am Ende nicht an Ihre eigene Website kommen. Ein hoher Preis ist nicht automatisch gerechtfertigt, nur weil er hoch ist. Entscheidend ist, was an Leistung dahintersteht — und ob das vorher klar benannt wurde.

Ein Punkt, den ich Kunden in MV oft mitgebe: Vergleichen Sie nicht zwei Zahlen, sondern zwei Angebote. Ein Anbieter, der für 800 Euro eine Website verspricht, und einer, der 2.500 Euro nennt, bauen selten dasselbe. Der eine liefert vielleicht eine Vorlage mit ausgetauschtem Logo, der andere eine eigens aufgesetzte Seite mit eigenen Texten, sauberer Technik und einem Plan für die Pflege. Die teurere Variante kann am Ende die günstigere sein, wenn die billige nach einem Jahr neu gemacht werden muss. Fragen Sie also nicht zuerst „was kostet das", sondern „was bekomme ich dafür" — dann wird der Preis überhaupt erst aussagekräftig.

Was bleibt

Festpreis oder Stundensatz ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage des Projekts. Ist der Umfang klar, ist der Festpreis für den Kunden die ruhigere Wahl. Ist er offen, ist der Stundensatz fairer. Die meisten guten Projekte kombinieren beides: Aufbau zum Festpreis, Pflege nach Aufwand.

Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: Es wird über die Zahl verhandelt, bevor der Umfang geklärt ist. Drehen Sie das um. Erst klären, was genau gemacht werden soll — dann ergibt sich das passende Modell fast von selbst, und der Preis wird vergleichbar.

Wenn Sie eine Einschätzung für Ihr Vorhaben brauchen, schreiben Sie mir kurz über das Kontaktformular. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich — und Sie wissen danach, mit welchem Modell und welcher Größenordnung Sie rechnen können.

Häufig gestellte Fragen

Was ist günstiger — Festpreis oder Stundensatz?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Bei einem klar umrissenen Projekt ist der Festpreis für den Kunden meist die ruhigere Wahl, weil das Risiko beim Dienstleister liegt. Bei laufender Pflege oder unklarem Umfang ist der Stundensatz fairer, weil nur tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt wird. „Günstig" entscheidet sich nicht am Modell, sondern daran, ob der Umfang vorher sauber geklärt wurde.
Was kostet eine einfache Firmenwebsite in MV ungefähr?
Eine schlanke Website mit wenigen Unterseiten, sauberer Technik und eigenen Texten liegt erfahrungsgemäß im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Nach oben gibt es kaum Grenzen, wenn Shop, Buchungssystem oder Sonderfunktionen dazukommen. Wer eine seriöse Einschätzung will, sollte ein konkretes Angebot auf Basis seiner tatsächlichen Anforderungen einholen, keine Pauschalzahl aus dem Netz.
Warum nennen manche Anbieter keinen Stundensatz?
Manche rechnen bewusst nur in Paketen, um die eigene Kalkulation nicht offenzulegen. Das ist nicht per se schlecht — aber als Kunde sollte man fragen dürfen, wie viel Arbeit hinter einem Paket steckt. Wer darauf ausweichend reagiert, gibt einen Hinweis. Ein klar genannter Stundensatz schafft Vergleichbarkeit.
Was passiert, wenn ein Festpreis-Projekt aus dem Ruder läuft?
Beim Festpreis trägt der Dienstleister das Risiko, dass es länger dauert — solange der Umfang nicht nachträglich erweitert wird. Genau deshalb gehört zu jedem Festpreis eine klare Beschreibung, was enthalten ist und was nicht. Änderungswünsche darüber hinaus werden dann üblicherweise nach Aufwand abgerechnet. Wichtig ist, dass das vorher schriftlich steht.
Kann ich Festpreis und Stundensatz kombinieren?
Ja, das ist sogar oft die sinnvollste Lösung. Der erstmalige Aufbau läuft als Festpreis, damit das Budget planbar ist. Die spätere Pflege und kleinere Änderungen laufen über einen Stundensatz oder ein monatliches Pflegepaket. So trägt jede Seite das Risiko, das sie am besten einschätzen kann.
— Erstgespräch · kostenlos

Lassen Sie uns
sprechen.