WooCommerce oder Shopify — welches System passt zu Ihrem Shop?
WooCommerce oder Shopify? Neutraler Vergleich mit Kostentabelle, DSGVO-Check und Entscheidungsbaum — für alle, die einen Onlineshop bzw. eine Website erstellen lassen wollen.

Kurz gesagt: Für kleine, regional verankerte Händler in Deutschland passt meist WooCommerce — für einen schnellen Start ohne technischen Aufwand ist Shopify die bessere Wahl.
WooCommerce und Shopify dominieren den deutschen Markt für kleine Onlineshops. Mit beiden Systemen bauen Sie einen funktionsfähigen Shop auf. Der Unterschied liegt darin, was Sie dafür bezahlen, wem die Daten gehören und wer die Kontrolle hat: Shopify mieten Sie monatlich, WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, das Sie selbst hosten. Für kleine Händler in Deutschland spielt die Kostenfrage langfristig eine größere Rolle, als das auf den ersten Blick wirkt.
Warum die Wahl des Shop-Systems für kleine Händler in MV wichtig ist
Wer in Rostock, Schwerin oder Güstrow mit einem Onlineshop startet, denkt zuerst an Produktfotos, Versandkosten und ob DHL oder Hermes günstiger ist. Die Plattform-Entscheidung wirkt dagegen abstrakt — und wird deshalb oft aus dem Bauch heraus getroffen: „Shopify hab ich schon mal gehört" oder „WordPress hat mein Neffe eingerichtet."
Diese Entscheidung machen Sie später nur schwer rückgängig. Ein Wechsel von Shopify zu WooCommerce oder umgekehrt kostet Zeit und Geld. Er verändert die URL-Strukturen und birgt Risiken für Ihre Auffindbarkeit in Google. Wer den Shop einmal falsch aufsetzt, zahlt entweder dauerhaft zu viel oder kämpft mit technischen Einschränkungen.
Hinzu kommt die DSGVO-Frage: Wo liegen die Kundendaten? Wer hat Zugriff? Das ist für Händler in Deutschland keine Nebensache, sondern Pflicht.
Die Grundunterschiede auf einen Blick
Bevor wir in die Kosten gehen: Was sind die beiden Systeme überhaupt?
WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress — das verbreitetste Content-Management-System (CMS) der Welt. Sie installieren WordPress auf einem Webserver Ihrer Wahl, fügen WooCommerce hinzu und betreiben Ihren Shop auf eigener Infrastruktur. Das bedeutet: Sie verantworten Hosting, Updates, Sicherheit und Datensicherung selbst — oder beauftragen einen Dienstleister damit.
Shopify ist ein vollständiges Miet-System. Sie zahlen monatlich, Shopify kümmert sich um Hosting, Updates und Sicherheit. Sie bekommen dafür ein laufendes System — aber auf Shopifys Servern, nach Shopifys Regeln.
Ein wichtiger Unterschied ist die Erweiterbarkeit: WooCommerce erweitern Sie über Plugins aus einem offenen Ökosystem, Shopify über den App Store. Viele dieser Apps sind kuratiert und gut gepflegt, kosten aber oft eine eigene Monatsgebühr obendrauf.
| Kriterium | WooCommerce | Shopify | | ------------------------ | --------------------------------------------------- | -------------------------------------------------------- | | Grundkosten | Kostenlos (Plugin) | 25–384 €/Monat | | Hosting | Eigenes Hosting nötig | Inklusive | | Datenhaltung | Auf Ihrem Server (wählbar, auch DE) | Auf Shopify-Servern (Shopify International Ltd., Irland) | | Serverstandort | Wählbar (auch DE) | USA/EU gemischt | | Transaktionsgebühren* | Keine (außer Zahlungsanbieter) | 0,2–2 % bei Fremdanbieter | | Erweiterbarkeit | Plugins (WordPress) | App Store (z.T. kostenpflichtig) | | Pflegeaufwand | Mittel bis hoch | Niedrig | | Einarbeitung | Höher | Niedriger | | Viele Produkte verwalten | Sehr gut | Gut (max. 3 Auswahl-Arten pro Produkt beachten) | | Auffindbarkeit in Google | Sehr hoch (gute Blog-/Textfunktionen von WordPress) | Gut, aber eingeschränkter | | Open Source** | Ja | Nein |
*Transaktionsgebühr = ein prozentualer Anteil, den die Plattform bei jeder Bestellung zusätzlich einbehält
**Open Source bedeutet: Der Quellcode ist öffentlich, kostenlos nutzbar und von einer Community gepflegt — keine Hersteller-Bindung
Vor- und Nachteile auf einen Blick
WooCommerce — Vorteile: keine Plattformgebühr, volle Datenkontrolle, das Design lässt sich frei anpassen, keine Umsatzbeteiligung, exzellente Anbindung an WordPress für die Auffindbarkeit in Google.
WooCommerce — Nachteile: Höherer Einrichtungsaufwand, laufende Pflege (Updates, Sicherheit) erforderlich oder Wartungsvertrag nötig, technische Verantwortung liegt beim Betreiber.
Shopify — Vorteile: Schneller Start, Hosting inklusive, 24/7-Support, niedrige technische Hürde, globales Zahlungsnetzwerk.
Shopify — Nachteile: Monatliche Gebühr unabhängig vom Umsatz, Transaktionsgebühren wachsen mit dem Umsatz, Daten auf externer Infrastruktur, weniger Flexibilität bei Gestaltung und Datenkontrolle.
Was Shopify wirklich kostet — die Rechnung mit allen Gebühren
Shopify hat vier Tarife (Stand: Shopify-Preisseite Juni 2026, jährliche Abrechnung):
| Tarif | Preis/Monat | Transaktionsgebühr (Fremdanbieter) | Kreditkarte via Shopify Payments | | -------- | ----------- | ---------------------------------- | -------------------------------- | | Basic | 25 € | 2,0 % | 2,1 % + 0,30 € | | Grow | 66 € | 1,0 % | 1,8 % + 0,30 € | | Advanced | 289 € | 0,6 % | 1,6 % + 0,30 € | | Plus | ab 2.100 € | 0,2 % | Individuell |
Die Transaktionsgebühr ist der Punkt, den viele übersehen. Bei Shopify Basic fällt auf jede Bestellung eine Gebühr von 2 % an — zusätzlich zur Abogebühr — sofern Sie nicht Shopify Payments nutzen. In Deutschland ist Shopify Payments verfügbar; wer es nutzt, zahlt stattdessen 2,1 % + 0,30 € pro Kartentransaktion.
Konkrete Rechnung für drei Szenarien (Basic-Tarif, Shopify Payments, vereinfacht: Gesamtumsatz × 2,1 % + 0,30 € je Bestellung):
| Monatsumsatz | Abo | Zahlungsgebühr (Ø-Warenkorbwert 45 €, alle per Shopify Payments) | Summe | | ------------ | ---- | ---------------------------------------------------------------- | --------- | | 1.500 € | 25 € | ca. 31 € + ca. 10 € = ca. 41 € | ca. 66 € | | 5.000 € | 25 € | ca. 105 € + ca. 33 € = ca. 138 € | ca. 163 € | | 20.000 € | 25 € | ca. 420 € + ca. 133 € = ca. 553 € | ca. 578 € |
Eigene Berechnung auf Basis der Shopify-Preisseite (Stand Juni 2026). Annahme: alle Bestellungen über Shopify Payments (Kreditkarte), Ø-Warenkorbwert 45 €. Tatsächliche Gebühren hängen von Zahlungsmix, Rückbuchungen und internationalen Karten ab. Als Faustformel für die Planung: Shopify-Payments-Gebühr liegt je nach Umsatzvolumen bei 3–5 % des Umsatzes (Transaktionsprozentsatz plus Fixgebühr pro Bestellung).
Bei 20.000 € Monatsumsatz zahlen Sie mit Shopify Basic also rund 578 € pro Monat allein an Plattform- und Zahlungsgebühren — und besitzen am Ende kein Stück der Plattform, Sie mieten sie.
WooCommerce zum Vergleich:
WooCommerce selbst ist kostenlos. Die laufenden Kosten setzen sich zusammen aus:
- Hosting (Shared Hosting mit WooCommerce-Eignung): realistisch 5–25 € pro Monat bei deutschen Anbietern für einen Shop mit regelmäßigen Bestellungen, plus Domain (5–20 € pro Jahr)
- Zahlungsanbieter (z.B. Stripe oder PayPal): je nach Anbieter ca. 1,4–2,9 % pro Transaktion — ähnlich wie Shopify Payments, aber ohne Plattform-Aufschlag
- Ggf. Premium-Plugins (z.B. für spezifische Versandregeln, Abonnement-Produkte): 0–30 € pro Monat
- Ggf. Wartung: je nach Vereinbarung
Bei 20.000 € Umsatz zahlen Sie für Hosting ca. 15 € + Zahlungsgebühren ca. 350 € = ca. 365 € — ohne Plattformgebühr und ohne Umsatzbeteiligung an Shopify.
Der Unterschied wird größer, je mehr Sie verkaufen. WooCommerce ist eine etwas größere Investition zu Beginn, die sich bei steigendem Umsatz auszahlt. Wenn Sie wissen wollen, wie das für Ihren spezifischen Fall aussieht, schauen Sie sich zuerst die Seite zu meiner Onlineshop-Leistung an — dort steht, wie ich das angehe.
DSGVO: Wo liegen die Daten Ihrer Kunden?
Für Händler in Deutschland ist die Frage nicht optional: Wer verarbeitet Kundendaten wo?
Bei WooCommerce auf deutschem Hosting:
Wenn Ihr Shop auf einem Server in Deutschland läuft (Anbieter wie IONOS, Hetzner, All-Inkl. oder andere mit Rechenzentrum in Deutschland), liegen alle Bestelldaten, Kundenadressen und Zahlungsinformationen auf deutschem Boden. Es findet keine Übertragung in Drittländer (USA, Kanada) statt — auf Hosting-Ebene. Achtung: Einzelne Plugins (Google Fonts, reCAPTCHA, Zahlungsanbieter, eingebettete Karten oder Videos) können trotzdem Daten in die USA senden — die sind separat zu prüfen und in der Datenschutzerklärung zu nennen. Mit Ihrem Hosting-Anbieter schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ab — meist ein Standardformular. Ein AVV regelt, wie der Anbieter Ihre Kundendaten verarbeiten darf, und ist nach DSGVO Pflicht.
Bei Shopify:
Shopify International Ltd. (Dublin, Irland) ist Ihr Vertragspartner und verarbeitet Kundendaten auf der Infrastruktur von Google Cloud Platform und Cloudflare — beides US-amerikanische Unternehmen. Die Drittlandtransfers sichert Shopify International Ltd. über Standardvertragsklauseln (SCC) ab.
Ein wichtiger Punkt für die DSGVO-Bewertung: Shopify Inc. und seine US-Gesellschaften (u.a. Shopify (USA) Inc., Shopify Payments (USA) Inc.) sind seit ihrem Rückzug nicht mehr im Data Privacy Framework (DPF) gelistet (Status „Inactive – Withdrawal", Stand Juni 2026; Quelle: dataprivacyframework.gov) — Datenübermittlungen in die USA stützen sich hier auf Standardvertragsklauseln (SCC). DPF-zertifiziert sind dagegen die eingebundenen Subdienstleister Google LLC und Cloudflare. Der Text klingt damit weniger beruhigend als eine reine DPF-Zertifizierung, ist aber der tatsächliche Stand. Datenschutzrechtlich bleiben Sie als Händler der Verantwortliche für die Kundendaten — Shopify ist Auftragsverarbeiter.
Dennoch: Ende 2022 wurde bekannt, dass der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz einem Shopify-Händler den Einsatz US-amerikanischer CDN-Dienste (Cloudflare, Cloudfront, Fastly) untersagt hatte. Die IT-Recht-Kanzlei kritisierte die Begründung als zu weitgehend — das Thema zeigt aber, dass die Frage nicht endgültig geklärt ist.
Praktische Einschätzung:
Mit WooCommerce auf einem deutschen Server haben Sie die Datenfrage auf Hosting-Ebene einfach vom Tisch. Bei Shopify ist DSGVO-konformer Betrieb möglich, aber Sie tragen den Konfigurations- und Erklärungsaufwand: vollständige Datenschutzerklärung, die alle Drittanbieter aufführt, Cookie-Banner, der Tracking-Scripts erst nach Einwilligung lädt, und separate AVVs mit jedem Drittanbieter.
SEO und Auffindbarkeit: Wo liegt der Unterschied?
Wenn Kunden Sie über Google finden sollen, lohnt ein genauer Blick auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Hier spielt WooCommerce seinen WordPress-Hintergrund aus.
Mit WooCommerce bestimmen Sie die URL-Struktur frei: Sie legen selbst fest, wie die Adressen Ihrer Produkt- und Kategorieseiten aussehen. WordPress bringt außerdem ausgereifte Text- und Blog-Funktionen mit, sodass Sie neben dem Shop auch Ratgeber-Inhalte veröffentlichen können — ein bewährter Weg, um über die reinen Produktseiten hinaus bei Google gefunden zu werden. Auch über Meta-Angaben und strukturierte Daten haben Sie die volle Kontrolle.
Shopify ist hier stärker vorgegeben: Die Link-Strukturen sind weitgehend fest, der Spielraum für eigene URL-Schemata kleiner. Für viele Shops reicht das völlig — wer aber langfristig stark über Inhalte und Google wachsen will, hat mit WooCommerce mehr Hebel in der Hand. Beim Thema Skalierbarkeit spielen beide Systeme mit: WooCommerce wächst über Plugins und stärkeres Hosting, Shopify über höhere Tarife und Apps aus dem App Store.
Entscheidungsbaum: Welches System passt zu Ihnen?
Beantworten Sie diese Fragen der Reihe nach:
1. Wollen Sie sofort starten — ohne sich mit Hosting und WordPress auseinanderzusetzen? → Ja: Shopify ist der schnellere Weg zum ersten verkaufsfähigen Shop. → Nein: WooCommerce ist einen Blick wert.
2. Haben Ihre Produkte viele Auswahl-Möglichkeiten (z.B. Größe, Farbe, Material — mehr als drei verschiedene Auswahl-Arten davon)? → Ja, mehr als drei Auswahl-Arten pro Produkt: WooCommerce hat hier mehr Spielraum. Shopify erlaubt seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten pro Produkt, begrenzt aber weiterhin auf 3 solcher Auswahl-Arten (z.B. Größe, Farbe, Material) — wer mehr Auswahlmöglichkeiten braucht, muss auf zusätzliche Apps ausweichen. → Nein, max. 3 Auswahl-Arten reichen: Beide Systeme geeignet.
3. Liegt Ihr Hauptmarkt außerhalb der EU (USA, Kanada, Australien)? → Ja: Shopify hat ein stärkeres globales Zahlungsnetzwerk und internationale Marktfunktionen. → Nein (primär Deutschland/EU): WooCommerce mit deutschen Zahlungsanbietern funktioniert gut.
4. Ist Datenkontrolle und DSGVO-Einfachheit ein wichtiges Kriterium? → Ja: WooCommerce auf deutschem Server ist die unkompliziertere Lösung. → Nein oder unsicher: Shopify ist bei richtiger Einrichtung ebenfalls DSGVO-fähig.
5. Wächst Ihr Shop auf über 10.000 € Monatsumsatz? → Ja: Rechnen Sie konkret nach. Bei Shopify Basic wächst die Gebührenbelastung mit dem Umsatz; WooCommerce bleibt günstiger. → Nein (kleiner Shop, unter 3.000 € Monatsumsatz): Der Unterschied ist gering — Shopify kann günstiger sein als ein schlecht gewartetes WooCommerce.
Zusammenfassung:
- Shopify: Schneller Start, niedrigerer technischer Aufwand, höhere laufende Kosten bei wachsendem Umsatz, Daten auf externer Infrastruktur.
- WooCommerce: Höherer Einrichtungsaufwand, mehr Kontrolle, keine Umsatzbeteiligung, Daten auf Ihrem Server.
Was in der Praxis oft schiefläuft
Fünf Fehler, die ich bei Shop-Projekten mit Handwerks- und Direktvermarkter-Betrieben in MV regelmäßig sehe:
- Shopify-Kosten unterschätzt. Viele starten mit 25 €/Monat im Kopf und rechnen nicht mit den Transaktionsgebühren. Wer 8.000 € Monatsumsatz macht und Shopify Payments nutzt, zahlt allein an Transaktionsgebühren rund 155 € (2,1 % auf ~70 % Kartenanteil zzgl. 0,30 € je Bestellung) — plus Abo. Diese Kalkulation sollten Sie vorher aufmachen, nicht nachher.
- WooCommerce-Pflege unterschätzt. WordPress und WooCommerce brauchen regelmäßige Updates. Wer das sechs Monate nicht macht, hat irgendwann Sicherheitslücken oder fehlerhafte Plugins. Wer kein technisches Interesse hat, braucht entweder einen Wartungsvertrag — oder sollte sich das offen eingestehen: Shopify ist dann vielleicht die passendere Wahl.
- DSGVO auf den letzten Drücker. Egal ob WooCommerce oder Shopify: Ohne vollständige Datenschutzerklärung, Impressum, Widerrufsbelehrung und Cookie-Banner dürfen Sie in Deutschland keinen aktiven Shop betreiben. Das ist kein optionaler Schritt nach dem Start. Hinzu kommt seit dem 28.06.2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): B2C-Onlineshops müssen barrierefrei sein. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten UND einem Jahresumsatz ODER einer Bilanzsumme von höchstens 2 Mio. € (nach aktueller Rechtslage).
- Theme-Kosten vergessen. Shopify und WooCommerce bieten kostenlose Themes. Die meisten professionellen Shops nutzen aber Premium-Themes oder ein maßgeschneidertes Design. Das sind einmalige Kosten: Shopify-Themes typischerweise 100–350 € (Einmalkauf), WooCommerce-Themes oft 30–100 € pro Jahr (Jahreslizenz) — bis zu mehreren Tausend Euro bei individuellem Design. Diese Kosten fehlen im Budget, wenn man sie nicht einplant.
- Migration als Lösung betrachten. „Dann wechsle ich halt." Ein Plattformwechsel mit 300 Produkten, 800 Bestellungen und aufgebauter Auffindbarkeit in Google ist kein Nachmittags-Projekt. Weiterleitungen alter Adressen, Datenübertragung und Prüfung der Auffindbarkeit in Google kosten Zeit — manchmal Wochen.
Ein Beispiel aus Rostock: WooCommerce im Einsatz
Ein Beispiel aus der eigenen Werkstatt: Für den Brötchenexpress Rostock, einen etablierten Brötchen-Lieferdienst, der morgens Haushalte und Büros in Rostock beliefert, habe ich genau aus diesen Gründen einen WooCommerce-Shop gebaut. Vorher lief alles über Telefon und E-Mail; heute geben Stammkunden ihre Bestellung selbst online auf, ein PLZ-Lieferzonen-Filter schließt Adressen außerhalb des Liefergebiets direkt aus, und eine Express-Re-Order legt die gewohnte Zusammenstellung mit einem Klick in den Warenkorb. Der Shop ging in sechs Wochen live und steht heute unter broetchenexpress.de.
Für dieses Modell hat WooCommerce aus drei Gründen gepasst: Die Bestelldaten der Kunden liegen auf einem deutschen Server, nicht auf einer ausländischen Plattform — bei einem Betrieb, der seine Kundschaft seit Jahren kennt, ist das kein Detail. Es gibt keine Umsatzbeteiligung, die mit jeder Bestellung mitwächst. Und der Auftritt hängt nicht an einem einzelnen Anbieter, dessen Preise oder Regeln sich ändern können. Parallel wurde die lokale Sichtbarkeit aufgebaut — optimierte Meta-Daten, strukturierte Daten und eine saubere Anbindung an das Google-Unternehmensprofil; bei der Suche nach „Brötchen liefern Rostock" steht der Shop auf Platz 1. Wie der Shop aufgebaut ist und wie die Bestellroutine für die Stammkunden funktioniert, steht im Projektbericht zum Brötchenexpress Rostock.
Für einen regionalen Direktvermarkter mit festem Kundenstamm in MV — ob Hofladen bei Güstrow, Bäckerei oder Stand auf dem Wochenmarkt am Neuen Markt in Rostock — ist die Rechnung oft eindeutig: keine Umsatzbeteiligung, Daten auf deutschem Server, Shop gehört Ihnen. Das funktioniert, wenn jemand einmalig das Fundament sauber aufbaut — und Sie danach nur noch Produkte und Bestellungen verwalten.
Was bleibt
WooCommerce oder Shopify — das ist kein Qualitätsurteil. Beide Systeme können einen funktionsfähigen Shop betreiben. Der Unterschied ist strukturell: Shopify ist Mieten, WooCommerce ist Besitzen.
Mieten ist bequemer — und teurer, je länger Sie wohnen. Das stimmt bei Shopify, sobald der Umsatz steigt. Besitzen verlangt mehr Verantwortung — technische Pflege, Updates, gelegentlich einen Wartungsvertrag.
Für kleine Händler in Mecklenburg-Vorpommern, die regional verankert sind, Wert auf Datenkontrolle legen und langfristig kalkulieren, passt WooCommerce in den meisten Fällen besser. Das ist keine Agentur-Meinung — das ist die Folge einer konkreten Kosten- und Risikorechnung.
Wer schnell starten, technischen Aufwand vermeiden und global verkaufen will, ist bei Shopify gut aufgehoben. Das ist ebenfalls eine legitime Entscheidung.
Was nicht funktioniert: die Entscheidung aus dem Bauch treffen und sechs Monate später feststellen, dass die Kosten nicht stimmen oder die Migration ein Projekt wird.
Wenn Sie wissen wollen, welches System für Ihren spezifischen Fall passt, schreiben Sie mir kurz über das Kontaktformular. Eine Einschätzung dauert etwa eine Stunde, und Sie wissen danach, welches System für Ihren Umsatz und Ihre Produktstruktur die günstigere Gesamtlösung ist — mit einer groben Monatskosten-Rechnung für Ihre konkreten Zahlen.
Ich bin Marcus Lindow und mache Webdesign und SEO für kleine Betriebe in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern — vom ersten Shop-Konzept bis zur laufenden Auffindbarkeit in Google.
Quellen:
- Shopify Preisseite Deutschland — Tarife und Transaktionsgebühren, Stand Juni 2026
- Shopify 2.048 Produktvarianten — Varianten-Limit-Erhöhung, verfügbar ab Oktober 2025 für alle Tarife
- Shopify DSGVO-Compliance Guide — qualimero.com — AVV-Status, Infrastruktur, Pflichten für Händler
- Shopify CDN Datenschutz — IT-Recht-Kanzlei — Untersagungsverfügung Rheinland-Pfalz, bekannt geworden November 2022
- EU-US Data Privacy Framework — Zertifizierungsrahmen für US-Datentransfer; Shopify US-Entitäten: Inactive/Withdrawal
- WooCommerce Kosten — STRATO — Hosting- und Plugin-Kosten Überblick
- Serverstandort Deutschland — Serverdiscounter Blog — DSGVO-Vorteile deutschen Hostings
Häufig gestellte Fragen
- Was kostet Shopify im Monat?
- Shopify Basic kostet bei jährlicher Abrechnung 25 € pro Monat, bei monatlicher Abrechnung 36 €. Die Transaktionsgebühr (ein prozentualer Anteil, den Shopify bei jeder Bestellung einbehält) beträgt 2 % pro Bestellung, wenn Sie nicht Shopify Payments nutzen — und 2,1 % + 0,30 € pro Transaktion bei Shopify Payments (Stand: Shopify-Preisseite Juni 2026).
- Ist WooCommerce wirklich kostenlos?
- Das Plugin selbst ist kostenlos. Sie zahlen aber für Hosting (realistisch 5–25 € pro Monat bei deutschen Anbietern für einen Shop mit regelmäßigen Bestellungen), ggf. ein Premium-Theme und einzelne Bezahl-Plugins (z.B. für bestimmte Zahlungsarten). Die Gesamtkosten liegen je nach Einrichtung bei 10–80 € pro Monat — ohne die Gebühren des Zahlungsanbieters.
- Welches System ist DSGVO-konformer?
- Beide Systeme können DSGVO-konform betrieben werden. Bei WooCommerce auf einem deutschen Hosting-Anbieter liegen die Kundendaten auf Servern in Deutschland oder der EU — ohne Drittlandübermittlung auf Hosting-Ebene. Shopify verarbeitet Daten über US-Infrastruktur (Google Cloud, Cloudflare); Shopify International Ltd. (Irland) sichert diese Transfers über Standardvertragsklauseln (SCC) ab. Wichtig: Shopifys eigene US-Gesellschaften sind nach ihrem Rückzug nicht mehr im Data Privacy Framework (DPF) gelistet (Stand Juni 2026) — die Transfers stützen sich hier auf SCC. DPF-zertifiziert sind die eingebundenen Subdienstleister Google und Cloudflare. Der Konfigurationsaufwand ist bei WooCommerce auf deutschem Server geringer.
- Wie wirkt sich die Wahl auf die Ladegeschwindigkeit aus?
- Bei WooCommerce hängt das Tempo vor allem vom Hosting ab: ein gutes, WooCommerce-taugliches Hosting liefert schnelle Ladezeiten, ein billiges Shared-Hosting kann bremsen. Shopify liefert die Inhalte über ein globales Content-Liefernetz konstant aus, ohne dass Sie sich um Server kümmern müssen. Schnell wird Ihr Shop in beiden Fällen erst durch optimierte Bilder, schlanke Themes und wenige Erweiterungen.
- Kann ich von Shopify zu WooCommerce wechseln?
- Ja, das ist möglich. Produktdaten und Kundendaten lassen sich über CSV-Export/Import übertragen. Der Aufwand liegt je nach Shop-Größe bei einigen Stunden bis mehreren Tagen — Weiterleitungen alter Adressen (damit Google Ihren Shop weiter findet) müssen dabei sorgfältig eingerichtet werden.
- Für wen ist Shopify die bessere Wahl?
- Shopify passt gut, wenn Sie schnell starten wollen, technische Pflege delegieren möchten und ein großes Produktsortiment verwalten. Auch wenn Ihr Hauptmarkt außerhalb Deutschlands liegt, ist Shopify durch sein globales Zahlungsnetzwerk im Vorteil.
- Welches System empfehlen Sie für kleine Händler in MV?
- Für die meisten kleinen Händler und Hersteller in Mecklenburg-Vorpommern passt WooCommerce besser: keine monatlichen Plattformgebühren, keine Umsatzbeteiligung, volle Datenkontrolle auf deutschem Server. Shopify lohnt sich, wenn Sie bewusst Verwaltungsaufwand abgeben wollen und dafür bereit sind, monatlich zu zahlen — auch wenn der Umsatz einmal geringer ausfällt.